Montag, 5. März 2007

Hallo liebe Besucher,

nach kleinen Anlaufschwierigkeiten haben wir es nun endlich geschafft, das Webtagebuch zu aktualisieren. Wir werden versuchen euch in den nächsten Wochen möglichst zeitnahe zu informieren. Dieser Post wird nach und nach aktualisiert werden. Wir hoffen, dass ihr so einen kleinen Einblick in unsere Abenteuer erhaltet.
Viel Spass beim Lesen!

Samstag 03.03.
Endlich war es so weit. Mehr oder weniger zum vereinbarten Zeitpunkt traf sich unsere Gruppe am Treffpunkt im Nürnberger Flughafen. Dank Mirijam und David war sogar für einen Kuchen gesorgt. Danach ging es mit einer zweimotorigen Propellermaschine sehr holprig nach München, wo zwei Stunden Aufenthalt auf uns warteten. Diese nutzen wir zur erfolgreichen Wiederlegung der CO2-These, obwohl Mirijam offenbar unvorbereitet zur Exkursion erschienen ist: die chemische Formel von Kerosin hatte sie jedenfalls nicht parat.
Den Weiterflug nach Beijing traten wir in einer Airbus 340-400 an.

Sonntag 04.03.
Nach einem angenehmen Flug landeten wir gegen 12:30 auf dem Flughafen Beijing. Obwohl sich die Suche nach unserer Reiseleiterin im etwas unübersichtlichen Terminalbereich schwierig gestaltete, konnten wir kurze Zeit später den Bus zum Jade Garden Hotel besteigen.
Die Fahrt wurde unter anderem dazu genutzt um uns auf das Falschgeldproblem aufmerksam zu machen (mit Anschauungsmaterial geprellter Langnasen aus dem letzen Sommer ;-). Nach der Ankunft wurden kurz die Zimmer bezogen, um dann sofort einen Spaziergang zum Tiananmen Square zu unternehmen. Spätestens jetzt wurde auch dem letzten Exkursionsteilnehmer bewusst, dass in China noch immer ein hochwinterliches Klima herrschte. Aus diesem Grund legten Julian und Matthias Modebewusstsein an den Tag, indem sie sich „Gorbatschow-Mützen“ (siehe Bild) bei einem Straßenhändler kauften. Der Geschäftssinn blieb dabei leider auf der Strecke, denn nur wenige Augenblicke später hätte Daniel dieselbe Mütze für den halben Preis beim gleichen Händler erstehen können. Danach ging es auf die Suche nach einem Lokal um das mittlerweile stärker werdende Hungergefühl zu bekämpfen. Nach einem gefühlten Marathon durch das kalte und vor allem sehr windige pekinger Botschaftsviertel, vorbei an McDonalds und KFC, entschied man sich für ein sympathisches Familienrestaurant. Glücklicherweise war die Karte zweisprachig und mit vielen Bildern versehen, so dass eine Auswahl nicht allzu schwer fiel. Anspruchsvoller gestaltete sich das bestellen einer größeren Menge Pijiu. Nach dem reichlichen und äußerst schmackhaften Essen ging es über einen Nachtmarkt zurück zum Hotel, wo man den Abend gemütlich ausklingen ließ.

warm und modisch ;-)

Montag 05.03.
Früh am Morgen fand man sich im luxuriösen Speisesaal ein. Erste Befürchtungen, eine völlig unbekannte Speisenauswahl vorzufinden zerschlugen sich rasch, denn das Frühstück setzte sich aus diversen europäischen und gut identifizierbaren chinesischen Spezialitäten zusammen. Der „Slippery Fellow“ und die „Exploded Spring Roll“ sorgen allerdings für allgemeine Erheiterung. Anschließend fuhren wir per Taxi zu unserem ersten Firmentermin bei BASF, bei dem wir sehr herzlich begrüßt wurden. Unser Ansprechpartner Dr. Wuttke nahm sich sehr viel Zeit, uns in einem sehr ansprechenden Vortrag über die Firma BASF in China, Chancen und Ziele auf dem chinesischen Markt und die Gründe für die Präsenz vor Ort zu informieren.

Danach ging es wieder per Taxi zur verbotenen Stadt. Der Audioguide informierte uns über das streng geregelte Leben der chinesischen Kaiser und deren Untertanen und Konkubinen in der Stadt, die früher für das einfache Volk nicht zugänglich war. Direkt danach bestiegen wir den Kohlehügel, um am Gipfel den Pavillon des ewigen Frühlings zu besichtigen.

Im Anschluss sahen wir uns noch den Beihei - Park an, der die älteste kaiserliche Gärtenanlage der Welt darstellt. Aufgrund des kollektiv aufkommenden Hungergefühls suchten wir anschliessend ein Lokal auf, das uns Dr. Wuttke empfohlen hatte. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht und wir konnten frisch gestärkt zum Schneider aufbrechen, bei dem wir uns Stoffe für die Anzüge bzw. Kleider aussuchten und uns vermessen ließen. Zu erwähnen bliebe noch, dass sich das Klima auch an diesem Tag nicht merklich erwärmt hat. Es war eisig kalt und wir waren am Abend froh im warmen Hotel anzukommen.

Dienstag 06.03.
Heute stand nach dem Frühstück zunächst das Tai – Chi - Training auf dem Programm. In dem Park mischten wir uns unter die zahlreichen älteren Chinesen, die hier früh morgens sportlicher Betätigung nachgingen. Tai - Chi ist eine langsame Form des Kampfsports Kung Fu. Unsere Performance war derart überzeugend, dass ein Reporter einer lokalen Tageszeitung spontan Fotos von unserem Training machte (…wir hoffen, dass er nicht nur Material für die Witzeseite der Zeitung suchte). Im Anschluss ging es direkt zum Himmelstempel, wo der Kaiser früher versuchte, sein Volk durch des Erreichen von Harmonie vor Naturkatastrophen zu beschützen.

Um zwölf Uhr ging es mit dem Taxi Richtung Tsinghua – University, zunächst auf der Suche nach einer Stärkung. Während der Großteil der Gruppe ein nahes Restaurant vorzog, wagten sich einige Mutige an einen Straßenstand. Gerade rechtzeitig kamen wir dann zusammen mit dem unieigenen Shuttlebus bei unserem Treffpunkt am Hauptgebäude an. Durch die imposante Eingangshalle ging es dann in einen Seminarraum, wo wir uns zunächst einander vorstellten und danach zuerst die chinesische Gruppe einen kleinen Vortrag über ihr Forschungsgebiet hielt.

Anschließend stellte Bernd die Uni Erlangen - Nürnberg und Wolfgang die ETG vor. Danach brachen wir zu einer Campustour auf, in der uns die chinesischen Studenten über das riesige Unigelände führten, unter anderem in eine Ausstellung, die sich nur um die Geschichte und wichtige Persönlichkeiten der Uni drehte, und in die Bibliothek. Am Ende ging es noch in einen Tagungsraum der örtlichen Mensa, wo wir gemeinsam ein absolut erstklassiges und leckeres Abendessen serviert bekamen.

Nach einer kurzen abschließenden Diskussion verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und brachen Richtung Hotel auf. Nach einer Pause dort erkundeten noch einige Teilnehmer das Nachtleben Pekings. Auf einen Tipp der Studenten von der Tsinghua - Uni hin fuhren wir noch einmal zum Shichahai - Park. Die Bars waren im westlichen Stil gehalten, ausstattungstechnisch sowie vom Preisniveau. Im Hotel ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Mittwoch 07.03.
Heute früh brachen wir zunächst zum Sommerpalast auf. Dieser diente früher als Rückzugsort für die chinesischen Regenten. Nachdem sich einige Teilnehmer einen Audioguide geholt hatten ging es in kleineren Gruppen los, die riesige Parkanlage zu erkunden. Wunderbares Wetter setzte die Tempel, Wohnhäuser und kunstvoll gestalteten Rundgänge perfekt in Szene. Der Audioguide tat sein übriges zur guten Stimmung. Die offenbar ernst gemeinte Frage, ob ein Marmorschiff (!) schwimmen kann bedurfte nicht wirklich einer klärenden Antwort. Der Aufstieg zum Buddhatempel erwies sich allerdings – auch aufgrund des Zeitdrucks - als etwas anstrengend.

Nachdem wir die Besichtigung abgeschlossen hatten fuhren wir per Taxi zur Peking University. Hier lernten einige Teilnehmer, warum man aufpassen sollte, nur ein lizensiertes Taxi zu besteigen. Für den fast dreifachen Fahrtpreis fuhr man zwar mit fetziger Musik, dafür aber ohne Taxischild auf dem Dach und mit unverplombtem Taxameter.

An der Peking University wurden wir sehr herzlich von der chinesischen Studentengruppe empfangen und auf eine Campustour eingeladen. Die Peking University liegt, so wie auch die Tsinghua-University, auf einer ehemaligen kaiserlichen Gartenanlage. Der Campus verfügt über einen großen See sowie viele Gebäude aus der Kaiserzeit. Danach wurden wir in einen Seminarraum von unseren Gastgebern nochmals herzlich begrüßt. Nach einer ausführlicheren Vorstellung gingen wir zu einer Diskussion über die Unterschiede des chinesischen und deutschen Universitätssystems über. Im Anschluss ging es durch Labors, in denen Roboter entwickelt werden, um zum Beispiel das Verhalten von Fischschwärmen zu erforschen. Unsere Gastgeber erreichten mit ihren mechanischen Kollegen sogar eine respektable Platzierung in den Top-Ten bei dem letztjährigem Robocup in Bremen!

Bei einem vorzüglichen chinesischen Dinner setzten wir die interessanten Diskussionen fort und tauschten zum Abschluss noch fleißig E-Mailadressen. Es hat uns sehr überrascht, dass wir sogar über deutsche Literatur (Faust!) ausgefragt wurden und man uns mit Zitieren und Gedichteaufsagen aufs Höchste forderte. Sehr gefreut haben uns auch die gravierten Andenken unserer Gastgeber!

Donnerstag 08.03.
Heute hatten wir zunächst die Firma ABB auf dem Plan. Nach einer längeren Taxifahrt wurden wir sehr freundlich empfangen. Niko Railo, unser Ansprechpartner vor Ort, hielt für uns zunächst einen humorvollen sowie informativen Vortrag über den chinesischen Markt und das Product Development bei ABB, worauf wir noch die Produktionshalle besichtigten. Zum Abschluss wurden wir in die werkseigene Kantine eingeladen.

Am Nachmittag begaben wir uns zum Lama-Tempel, dem größten buddhistischen Tempel Pekings, wo wir eine Vielzahl Buddhastatuen bestaunten. Der Konfuziustempel, den wir danach ansteuerten, war leider aufgrund von Renovierungsarbeiten nicht einmal die drei Yuan Eintritt wert. Um 18 Uhr trafen wir uns wieder im Hotel, um zum Abendessen aufzubrechen. Für einen großen Teil ging es zur Abwechslung zum ersten mal in die Taverne zu den zwei goldenen Bögen.

Frisch gestärkt fuhren wir ein zweites Mal zum Schneider zum Fitting. Es zeigte sich, dass es einigen im etwas anderen Restaurant sehr gut geschmeckt hatte („Kommst du in Dein Kleid rein?!?“). Das Ergebnis war insgesamt durchwachsen. Während einige mit ihren Anzügen vollauf zufrieden waren gab es bei anderen diverse Probleme mit dem Kleidern.

Am späten Abend stürzten wir uns noch ins pekinger Nachtleben um gebührend in Mirijams Geburtstag reinzufeiern.

Freitag 09.03.
Wir nutzten den freien Morgen zunächst einmal zum Ausschlafen. Am Nachmittag erkundeten wir dann den Ritan - Park und den Silk Market, wo im großen Stil plagiierte Ware angeboten wird. Hier stellten wieder etliche Teilnehmer ihr kaufmännisches (Un-) Vermögen unter Beweis.

Gegen Abend fuhren wir mit unserer Reiseleiterin Lucy ins Red Theatre, um einer Kung-Fu-Vorstellung beizuwohnen. In dieser ging es um das Leben eines Kung-Fu-Mönches, der durch das harte Training und Meditation schließlich Erleuchtung erlangt. Die Darstellung von Körperbeherrschung und Kraft begeisterten die meisten Exkursionsteilnehmer.

Samstag 10.03.
Heute besuchten wir in der Früh den Tempel der azurblauen Wolken, wo jeder seinen persönlichen Schutzpatron aus den 500 Arhats (Schüler Buddhas) auswählen konnte. Im Anschluss bestiegen wir den Xiang Shan, den „Duftberg“. Der 2300 Stufen hohe Aufstieg (die Seilbahn war aufgrund des heute etwas stärkeren Windes außer Betrieb) stellte sich als echte Prüfung heraus. Von oben hatte man als Entschädigung einen großartigen Ausblick auf das Gebiet um Peking. Nach dem leichtern Abstieg schossen wir noch ein Gruppenfoto am Fuß des Berges (Foto folgt) um dann zum Essen einzukehren. Danach ging es für einige noch einmal auf den Fakemarkt, während andere das Hotel zur Erholung vorzogen.

Am Abend fuhren wir mit dem Bus zum geplanten Pekingentenessen. Die Ente mit üppiger Kruste wird in Scheiben geschnitten und mit Gurken, Zwiebeln und Sojasoße in eine Teigrolle gewickelt. Köstlich! Zum Abschluss des Tages begaben wir uns ins Hotel, um schon einmal die Koffer für die morgige Abreise zu packen.

Sonntag, 11.03.07
Mit fertig gepackten Koffern ging es am Sonntagmorgen nach einem letzten First Class-Frühstück mit unserem kleinen Reisebus samt Reiseleiterin Lucy los zur Großen Mauer. Nach zwei Stunden Fahrt machten wir eine kurze Pause – in einem Pekinger Hotel! Somit war klar, dass wir immer noch in Peking waren, dessen Durchmesser schließlich ca. 75 km beträgt. Kurz nach der Weiterfahrt verließen wir jedoch die Stadt, durchquerten ein paar Vororte bis wir schließlich in die Berge kamen. Kurz vor Simatai stiegen wir in einem angeblich traditionellen Bergdorf aus. Doch stellten wir überrascht fest, dass die Straßenlampen solarbetrieben sind und auch die Einwohner nicht sonderlich erstaunt auf uns Langnasen reagierten.
Nach einem Fleece-Jacken-Mittagessen (man ist hier offensichtlich nur im Sommer auf Touristen vorbereitet!) begann der Aufstieg auf die Mauer. Um den Weg nach Jinshanling einschlagen zu können, mussten wir zunächst über eine äußerst fragwürdige Hängebrücken-Konstruktion die Mauer erklimmen. Schnell stellten wir fest, dass es zwar kein Spaziergang werden würde, lange Skiunterwäsche jedoch auch vollkommen unangebracht ist. Dies führte zu einer heißen Striptease-Einlage von Matthias in einem altehrwürdigen Wachturm.
Der touristische Abschnitt war schnell hinter uns gelassen und wir kamen in weniger bewanderte Mauerabschnitte, wo arme mongolische Farmer-Frauen und offizielle „Mauerarbeiter“ uns des Weges geleiteten. Bereits nach nicht mal 500 m konnte Matthias den bittenden Augen der Mongolin nicht widerstehen („Sie hat schon wieder diesen Blick aufgesetzt!“) und erstand unser erstes Bilderbuch. Doch bis zum Schluss waren fast alle mit touristischen Kostbarkeiten ausgestattet.
Bei blauem Himmel und Sonnenschein legten wir Höhenmeter für Höhenmeter zurück und verloren bald die Übersicht über die Vielzahl der Wachtürme. Nach ca. vier Stunden kamen wir wieder in renovierte Mauerabschnitte, was unser Ziel Jinshanling sofort erkennen ließ. Um unserem deutschen Touri-Ruf gerecht zu werden, erstanden Thomas und Mirijam im ersten Tante-Emma-Laden Tsingtao für nur fünf Yuan. Der Rest ließ sich von der Köstlichkeit überzeugen, bevor wir letztendlich unsere Herberge für die Nacht ansteuerten. Zehn von zwölf Langnasen ergriffen die Chance zu duschen – wenn auch teilweise mit eiskaltem Wasser. (Zitat Thomas: „Man muss mitnehmen, was kommt.“) Erfrischt kehrten wir ein – in einem Restaurant mit gasbetriebenen Raumheizern. Um uns anschließend wieder aufzuwärmen, ließen wir den Abend alle auf zwei Betten zusammengekauert ausklingen.

Montag, 12.03.07
Heute Morgen rächte es sich, wenn man am vorhergehenden Abend nicht geduscht hatte, da wohl über Nacht die Leitungen eingefroren waren. Auch schaltete sich die Klimaanlage bei einigen des Nachts ab, so dass einige kalte Nasenspitzen am Frühstückstisch auftauchten. Um den Europäer nicht zu verstimmen, wurde von unserer Reiseleitung Toast mit Marmelade für uns bestellt, welchen wir dankbar annahmen.
Mit dem Bus ging es zurück nach Peking um dort in den Zug nach Jinan zu steigen. Doch blieb ausreichend Zeit um vorher die amerikanische Hochkultur unter goldenen Bögen nochmals zu genießen, obwohl vier Verräter die chinesische Fast Food-Variante bevorzugten. Im Zug hatten wir die erste Klasse gebucht, in der wir mit wohlklingender chinesischer Klassik-Musik beschallt wurden, bis wir – technisch begabt wie wir sind – nach geschlagenen 60 Minuten den Ausschalter gefunden haben. Dies allerdings erst nachdem wir verzweifelt sämtliche Decken und Kissen unserer Schlafwägen vor die überdimensional großen Lautsprecher aufgetürmt hatten.
Der Bord-Service bezüglich des Kaffees ließ etwas zu wünschen übrig und Mirijams Ausflug in den Zug-Supermarkt im fünften von 13 Wägen führte durch die verschiedenen Holzklassen chinesischen Reisecomforts – doch auch erfolglos bzgl. des Kaffees.
In Jinan angekommen wurden wir von unseren Ansprechpartnern der Universität begrüßt und zum Welcome-Dinner begleitet. Hierbei konnten wir sofort unsere Maßanzüge aus Beijing auf Alltagstauglichkeit überprüfen bei einem vorzüglichen Abendessen mit Tsingtao aus Weingläsern. Wir wurden begrüßt durch den Leiter des International Office Herrn Li, den Lehrstuhlinhaber der Deutschabteilung Herrn Lü, der Deutschlehrerin Frau Hinger, als auch einer Mitarbeiterin des International Office. Wohlgesättigt kehrten wir in das Kofferchaos in unseren Zimmern des University Hotels zurück um komplett erschlagen ins Bett zu fallen.

Dienstag, 13.03.07
Morgens ging es nach einem Frühstücksbuffet im Hotel in das International Office der Shandong University. Dort wurden wir von Frau Hinger und sechs Studenten begrüßt, die uns das chinesische Schulsystem beginnend bei der Grundschule, über den „Gaukau“, dem Zulassungstest für die Hochschule, bis hin zum Prüfungssystem der Universität erklärten. Anschließend begleiteten uns die chinesischen Studenten zum Culture Market, wo nach Daniels üblichen Verhandlungsgesprächen zahlreiche traditionelle, chinesische Gemälde (Wasserfälle, Berge, Tiger) zu Spottpreisen erstanden wurden.
Mittags kehrten wir ein, um den hier typischen Feuertopf zu testen: eine Art Fondue mit Fleisch, Chinakohl, Glasnudeln und Tofu. Gestärkt besichtigten wir die katholische Kathedrale Honglou in Jinan, für welche der Grundstein im Jahre 1901 gelegt wurde. Bereits 1904 wurde sie fertig gestellt und die westlichen Deckengemälde in einzigartiger Weise mit der chinesischen Kunst und Farbenpracht in Einklang gebracht. Priester Zhao informierte uns über die Situation der katholischen Kirche in China und verwöhnte uns mit Plätzchen und Tee in einem Seminarraum.
Ein kurzer Fußmarsch führte uns zum alten Campus. Dort hießen uns 50 Studenten und Studentinnen willkommen, auf die wir von Frau Hinger gleichmäßig verteilt wurden. Für nur vier bzw. sechzehn Monate Deutsch-Unterricht imponierten die Chinesen mit ihren Deutschkenntnissen und wir waren schnell in Diskussionen über unsere Hobbies, die Universitätssysteme, als auch Geschwister und Musik-Vorlieben vertieft. Gemeinsam aßen wir in der Caféteria zu Abend und verabschiedeten uns voller Vorfreude auf Donnerstag (Was werden wir wohl da nur unternehmen?).

Mittwoch, 14.03.07
Recht müde aufgrund der frühen Busabfahrtszeit stiegen wir heute auf den Tai Shan, einen der fünf heiligen Berge Chinas. Der Mount Tai ist der höchste der fünf heiligen Berge mit 1545 Metern. Wir stiegen mal wieder viele Stufen in die Höhe und erreichten nach eineinhalb Stunden alle das Ziel, obwohl laut unserer Begleiterin des International Office, Hongmin, mit drei bis vier Stunden zu rechnen sei. Oben angekommen wurden wir mit einem klassisch chinesischen Mittagessen verköstigt.
Bei der darauffolgenden Besichtigung der Klosteranlage konnten wir eine „Baum-Versetz-Zeremonie“ beobachten. Denn jeder mit dem Boden des Tai Shan verbundene natürliche Gegenstand darf nur nach einem speziellen Ritus mit Musik und Gesang versetzt werden, da er als heilig gilt. Genauso werden auch alle Güter nicht mit der österreichischen Seilbahn auf den Gipfel befördert, sondern mühselig zu Fuß nach oben getragen. Wir jedoch nutzten diese High Technology um uns den Abstieg zu ersparen und konnten unterwegs schwarze Bergziegen sichten.
Nach einer rasanten Busfahrt zurück zum Hotel, in der die Federsteifigkeit der Stoßdämpfer mehrfach überprüft wurde, erholten wir uns dort.

Donnerstag 15.03.07
Vormittags waren wir zu Gast bei Linuo Paradigma, einem Joint Venture der chinesischen Linuo Group und der deutschen Ritter Solar GmbH, das Sonnenkollektormodule zur Gewinnung von Energie in Form von warmem Wasser herstellt, das dann über einen Wärmetauscher zum Beispiel zum Heizen verwendet werden kann. Daniel Rubeck, China Coordinator der Ritter Solar und Chao Ni von der Linuo Group erklärten uns im Ausstellungsraum, wie die Module aufgebaut sind und prinzipiell funktionieren, und bei der Führung durch die Fertigungshallen, in welchen Schritten die Module hergestellt werden. Im abschließenden Gespräch mit den beiden Herren wurde deutlich, wie wichtig und schwierig es ist, den richtigen Geschäftspartner in China zu finden.
Danach hatten wir die Möglichkeit die Räumlichkeiten der Linuo Group zu besichtigen. Herr Greif, der ursprünglich aus Jena stammt und jetzt in China als Senior Engineer tätig ist, führte uns durch den sehr aufwändigen Bau. Mit einem Urwald in der Eingangshalle, mehreren Konferenzräumen und einer Ausstellungshalle mit sämtlichen Produkten hat man sich hier selbst ein Denkmal gesetzt. Besonders aufgefallen ist uns der in sozialistischem Stil gehaltene Tagungsraum, der extra für Treffen der chinesischen Lokalverwaltung zu Verfügung gestellt wird. Am Ende bestaunten wir noch diverse Miniaturplanstädte, die in Zukunft in China entstehen sollen.
Nach einem kantonesischen Mittagessen in downtown, bei dem wir in die Abfolge der Trinksprüche und die Sitzordnung am Tisch eingewiesen wurden, machten wir uns auf den Weg zur Siemens Transformer Company. Dort wurden wir vom Standortleiter begrüßt, der uns auf eine Tour durch die Fertigungshallen einlud. Von der Größe der 200t schweren Transformatoren waren wir sehr beeindruckt. Unsere vielen Fragen wurden bereitwillig beantwortet.
Abends trafen wir uns noch einmal mit den Deutschstudentinnen, die unsere Kerle mit diversen Geschenken (u. a. eine geblümte Handtasche für Thomas und Porzellanengelchen für Andreas) überhäuften., um uns in die Geheimnisse des Karaoke-Singens einweihen zu lassen. Nach etlichen chinesischen Balladen ließen wir uns natürlich nicht lumpen und gaben selbst einige Stücke zum Besten. Darunter auch „Skandal im Sperrbezirk“. A Capella versteht sich. Nach ein paar Disco-Fox und Kung-Fu-Einlagen begaben wir uns wieder nach Hause.

Freitag 16.03.07
Etwas übernächtigt brachen wir sehr früh zur Firma ZF Commercial Vehicle Steering (Shandong) auf. Dort empfing uns der Vice General Manager T. Zimmermann. Nach einer kurzen Einführung in die Unternehmensstruktur folgte ein Rundgang durch die zum Großteil noch leerstehende Fertigungshalle. In dieser findet momentan nur die Endmontage der Lenksysteme statt, weil das noch nicht lange hier ansässige Unternehmen die Lokalisierung noch nicht abgeschlossen hat. Im anschließenden, sehr ausführlichen Gespräch ging Herr Zimmermann noch detaillierter auf die Investitionsmöglichkeiten auf dem chinesischen Markt ein.
Am Nachmittag wurden wir von der Deutschstudentin Lea durch den Springspark. In Jinan, der „Stadt der Quellen“, ist der Wasserstand der Quellen für die Bevölkerung wichtiger als die Wettervorhersage. Etwas erstaunt waren wir von der in aller Farbenpracht zur Schau gestellten Interpretationen zum Jahr des Schweins.
Am Abend blieb uns nur noch, unsere Koffer für die morgige Abreise zu packen.

Samstag, 17.03.2007
Mittlerweile sehr übernächtigt checkten wir sehr früh aus dem Hotel aus. Danach ging es auf eine dreistündige Busfahrt zum Tempel des Konfuzius nach Qufu, seinem Geburtsort. Eingeweiht wurden wir in das Leben und Wirken durch unsere englischsprachige Führerin. Die Tempelanlage wurde vor ca. 1000 Jahren errichtet, d.h. ca. 1500 Jahre nach seinem Wirken. Des Weiteren besichtigten wir die Wohngebäude seiner Nachkommen, sowie deren in einem Wald gelegenen Grabstätten. Die heute noch lebenden Nachkommen Konfuzius residieren in Taiwan. Erstaunt waren wir über das Recht der hohen Beamten unter den Nachkommen im alten China, eine Frau sowie mehrere Konkubinen zu besitzen.
Obwohl der Ort touristisch wenig erschlossen ist (zumindest von ausländischen Gästen) ergab sich wieder die Möglichkeit kitschige Nutzlosigkeiten an diversen Ständen zu erstehen. Für umgerechnet etwas mehr als 10 Cent konnten wir (die harten Jungs!) den treuherzigen Blicken der Händlerinnen nicht widerstehen und kauften elf formschöne Tonfiguren mit eingebauter Sprinkleranlage.
Wieder zurück in Jinan luden wir unsere Koffer mit frisch gewaschener Wäsche (Ja, in Jinan kann man den Luxus der Universitäts-Wäscherei genießen!) in den Bus und machten uns auf zum Bahnhof um unseren Nachtzug nach Shanghai nicht zu verpassen. Nachdem wir uns auf die drei Abteile aufgeteilt hatten, sorgten wir wieder einmal für eine Umsatzsteigerung der Tsingtao-Brauerei, woraufhin wir in einen wohlverdienten Schlaf fielen.

Sonntag, 18.03.2007
Bereits um sechs Uhr morgens weckte uns der freundliche Zugbegleiter durch zaghaftes Klopfen an unsere Kabinentüren, um damit die meisten Exkursionsteilnehmer aus den REM – Phasen zu reißen. Noch am Bahnsteig wurden wir von unserem sehr aufgeschlossenen Reiseleiter in Shanghai willkommen geheißen. Im Hotel angekommen erwartete uns ein fantastisches Frühstücksbuffet und achteineinhalbsechstel Stunden Wartezeit bis wir unsere Zimmer beziehen und unter die Dusche springen konnten.
Danach begann die vom Kompetenzteam Shanghai perfekt durchorganisierte Stadttour. Zu Fuß erkundeten wir den People’s Square, das Urban Planning Exhibition Center, als auch den Julian-Garten mit dem weltbekannten ruhig gelegenen Teehaus in der Mitte – umrahmt von 1.000 Deutschen und 10.000 Chinesen. Von dort aus gings durch das idyllische Altstadtviertel: auf dem Rücken schwimmende Fische, schlafende Verkäufer, ausgehöhlte Fernseher, sexy rosa Schlüpfer an Wäscheleinen, und vieles mehr. Nach einer Promenade über den Bund setzten wir per Fähre über nach Pudong. Dort fuhren wir mit dem Aufzug nach längerer Wartezeit (0 Minuten!) in nur 45 Sekunden die 320 + 6 Meter (der Aufzug startete im Keller) auf den Jin Mao Tower. Den umwerfenden Blick über die gesamte Shanghaier Metropole genossen wir und warteten mit 70-Cent-Eis über eine Stunde auf den romantischen Sonnenuntergang. Schade nur, dass Wolken (oder war es doch Smog?) die Sonne verhüllten. Bei Einbruch der Nacht erstrahlte Shanghai im Glanz der unzählbar vielen Neonröhren.
Durch die Nanjing Road ging es gen Norden bis wir wieder mal zur Abwechslung in einem chinesischen Lokal einkehrten um die Standard-3+2-Bestellvariante zu testen. Zurück im Hotel fielen wir alle sofort ins Bett.

Montag, 19. 03. 2007
Um uns nach endlich mal wieder sieben Stunden Schlaf noch weiter zu pushen, gab es für jeden eine Tasse Kaffee, dessen Stärke jedoch eher an Espresso-Konzentrat erinnert.
Aufgrund der großen Distanzen war das Mieten eines Privat-Busses mit Chauffeur für den kompletten Tag preiswerter als drei Taxis zu Voith Turbo zu nehmen. Dort wurden wir von Frau Suberg begrüßt und von einem deutschen Mitarbeiter durch die Produktionshallen der Kupplungen mit Qualitätssicherung geführt. Hierbei wurde stolz auf die vollautomatischen, menschenschonenden Kupplungssysteme verwiesen. Nach einem kurzen Rundgang durch die Büroräume fuhren wir mit unserem Bus in das Turbinenwerk von Siemens Hydro Power Generation. Auch dort erhielten wir eine Führung durch die Produktionshallen, welche sich durch die ausgesprochen gute Betriebssicherheit auszeichneten. Mit 200 t und einer Leistung von 700 MW pro Turbine konnten wir hier wahre Kolosse der Schwerindustrie bewundern.
Nach einem kurzen Boxen-Stopp bei KFC aufgrund Zeitmangels fuhren wir zu Brose, einem Automobil-Zulieferer. Mit seinen 150 Mitarbeitern stellt es ein überzeugendes Joint Venture mit lokalen Unternehmen dar. Die Produktion begann 2001 mit Türsystemen für den VW Passat B5, wurde stets erweitert und diesen Februar durch den Skoda Octavia mit einer Stückzahl von 40.000 pro Jahr ergänzt (inklusive Prüfung). Nach einer Führung durch die gut temperierte Werkshalle wurden wir freundlich verabschiedet.
Am frühen Abend brachen wir zu einer Erkundung des französischen Viertels auf, welches aufgrund des Baustils seinen Namen trägt. Da sich der Fake-Market als unauffindbar herausstellte, mussten wir auf Feilschereien verzichten – konnten jedoch nach einem gemütlichen Dinner zufrieden ins Hotel zurückkehren.

Dienstag, 20.03.2007
Heute konnten wir endlich mal wieder etwas länger schlafen, bevor wir ins Wasserdorf Xitang aufbrachen. Zuvor legten wir allerdings noch einen kurzen Stopp bei der Bank of China ein, weil vier Teilnehmer schnell und ohne großen bürokratischen Aufwand Geld tauschen wollten. Nach einer dreiviertel Stunde konnten wir den Bus dann wieder aus dem Halteverbot fahren. Eine Stunde später erreichten wir das Wasserdorf Xitang, das vor etwa 1000 Jahren aus Hausbooten bestand und vor 400 Jahren ausgebaut wurde. Die touristische Erschließung wurde vor drei Jahren abgeschlossen. Nachdem sich einige Teilnehmer mit diversen Souvenirs eingedeckt hatten, fuhren wir wieder zurück nach Shanghai City. Da etliche Chinafahrer sich noch mit verbilligten Originalmarkenartikeln ausstatten wollten, ließen wir uns von unserem Reiseleiter in dubiose Hinterhofläden führen, wo wir uns nach zähen Verhandlungen am Ende von frechen Chinesinnen rauswerfen ließen. Wir waren wohl einfach zu gut im Feilschen J
Die individuelle Abendgestaltung variierte vom Besuch bei Starbucks für die Kulturbanausen, sowie dem Austesten der südchinesischen, süßen Küche, welche uns verglichen mit der nordchinesischen nicht gleichermaßen begeistern konnte.

Mittwoch, 21. 03.2007
Endlich mal wieder ein freier Vormittag, welchen einige von uns zum Ausschlafen (d.h. bis 09.00 Uhr) nutzten, um noch das Frühstücksbuffet vom Hotel mitzunehmen. Da das Feilschen und Handeln in Shanghai zu einem Einkaufen zu Spottpreisen in Shanghai führen soll und wir daher noch viele ausstehende Einkäufe hatten, kehrte ein Großteil von uns zum bereits besuchten Yuyuan- ( = Julian-) Garten zurück. Dort befindet sich eine große Anzahl an Souvenirläden und Händlern, die den Touris alles von gefaktem Jade-Schmuck, über „best quality“-Kaschmir-Schals bis hin zu diversen Uhren und Taschen in Hinterhöfen andrehen wollen. Selbstverständlich bewiesen die Kerle ihre Männlichkeit beim Kauf von Omega- und Mao-Uhren, sowie Gürteln – während die Mädchen sich mit Seiden-Kimonos, Schmuck und Tee eindeckten.
Nachmittags stand ein Besuch bei der Tongji-Universität an. Diese läge laut Shanghai-Städteteam weit außerhalb, so dass 1,5 h Fahrt von Nöten seien. Nun gut, entweder lag es an der doch wesentlich zentraleren Lage oder unserer kompetenten Taxi-Fahrerin – auf jeden Fall waren wir nach 15 Min Fahrt dort und hatten über eine Stunde Zeit um uns vor dem Eingangstor die Füße zu vertreten.
Endlich wurden wir dann von Herrn Prof. Zimmer, dem Leiter des CDHK (Chinesisch-Deutsches Hochschul-Kolleg) begrüßt. Dieses Programm ist eine Kooperation der Tongji University mit vier verschiedenen deutschen Hochschulen, als auch dem DAAD. Jährlich werden 100 chinesische Studenten und Studentinnen der Ingenieurswissenschaften in dem Master-Programm aufgenommen, welches einen Ingenieursabschluss mit zusätzlicher Deutsch-Ausbildung vorsieht. Auf diese Weise können sie später zur einfacheren Verständigung der Kulturen beitragen. Studenten des Programms berichteten über ihre positive Erfahrungen und der Südtiroler Philipp, welcher seit August seine Diplomarbeit an der Tongji-University schreibt, stellte uns sein Labor vor.
Im Anschluss daran widmeten wir uns erneut dem Feilschen und Shoppen in verschiedenen Einkaufsmeilen und Märkten um die restlichen Mitbringsel zu erstehen und den Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen.

Donnerstag, 22. 03. 2007
Heute standen wieder mal Firmen auf dem Programm – jedoch Chemie-Unternehmen um den beiden CBI’lern unserer Runde gerecht zu werden. Morgens fuhren wir mit einem Bus von BASF in deren Polyurethan–Fabrik im Industriepark SCIP (Shanghai Chemical Industry Park), welcher ca. eine Autostunde südlich von Shanghai gelegen ist (ohne Rush-Hour!). Dort wurden wir von einem chinesischen Mitarbeiter begrüßt und der Standort, als auch die lokalen produzierten Produkte der BASF in Kooperation mit ihren chinesischen Partnern vorgestellt. Auf einer Rundfahrt durch den Industriepark, in welchem verschiedenste Chemie-Unternehmen angesiedelt sind – sowohl mit bulk production als auch Feinchemikalien – waren wir erstaunt über die immense Ausdehnung dieser Firmenansammlung. Mittags folgten wir sehr gerne der Einladung der BASF in die Kantine im Administration District des Industrieparks und wurden durch ein reichhaltiges Buffet überrascht.
Am Nachmittag hieß uns Herr Hedler der Firma Bayer herzlich willkommen. Zunächst wurde uns ein Überblick über die Produktion vor Ort gegeben. Schnell vertieften wir uns jedoch in einer ausführlichen und äußerst interessanten Diskussion über diverse Unternehmensstrategien bezüglich Recruiting der Mitarbeiter als auch den Wissens- und KnowHow-Transfer. Ausgestattet mit Phosgen-Badges stiegen wir in einen Bus zur Fahrt über das Gelände. Die rund 40 betriebseigenen Buslinien, als auch die wahnsinnig hohen Invesitionssummen und jährlichen Produktionsmengen beeindruckten uns sehr.
Trotz Rush Hour am Abend kehrten wir sicher dank des Überholens des Bayer-Busses auf der Standspur bis sieben ins Hotel zurück und konnten uns noch zur Suche nach einem geeigneten Restaurant aufmachen um anschließend gut gesättigt und zufrieden in unsere Hotel-Betten zu fallen.

Freitag, 23.03.2007
Pünktlich – dies stellte eine Ausnahme in den letzten zwei Wochen dar – waren wir heute um 08.00 Uhr in der Hotel-Lobby versammelt um zu Siemens Manufacturing and Engineering Center aufzubrechen. Dort wurden wir herzlich von zwei chinesischen Mitarbeitern, sowie zwei deutschen Praktikanten begrüßt und erhielten in einem Vortrag einen guten Überblick über das Joint Venture. Nach anschließender Diskussion und einem Rundgang durch die Fertigungshallen wartete die Lieferung des Pizza Hut im Konferenzraum auf uns, was an dieser Stelle selbstverständlich besonders hervorzuheben ist. ;-)
Nach dem Mittagessen fuhren wir in Begleitung der vier Herren zu Baosteel um in einer Werkrundfahrt die Größe des Stahlwerks kennen zu lernen. Auf dem Anlegesteg waren wir erstaunt darüber, dass direkt neben den Kränen zum Kohletransport zwischen den großen Frachtschiffen die lokalen Fischer ihre Fischzucht mit kleinen Bötchen betreiben.
Im Anschluss daran erhielten wir die Möglichkeit durch die ein Kilometer lange Walzanlage zu laufen. Hier werden die erkalteten 20 m langen, 20 cm dicke Stahlplatten aus dem 2 km entfernten Hochofen auf 1300°C zum Glühen gebracht, wozu täglich acht Tonnen Kohle von Nöten sind, die im eigenen Kohlekraftwerk verheizt werden. Unter 1800 bar werden diese Platten in die Länge gepresst um letztendlich zu Rollen mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen, jedoch nur einer Schichtdicke von ca. 6,5 mm aufgerollt zu werden.
Da wir unerwartet früh ins Hotel zurückkehrten und etliche von uns immer noch nicht alle Einkäufe getätigt haben, bzw. auf die Mao-Watches anderer zu neidisch waren und selbst noch eine haben wollten, machten sich jene auf um erneut in der U-Bahn und in den Hinterhöfen zu feilschen. Der Rest machte sich ein paar ruhige Stunden im Hotel.Mit Einkaufen ausgestattet, bzw. gut erholt gingen wir dann abends alle gemeinsam essen um ein letztes Mal zusammen Shanghai bei Nacht zu erleben – wenn auch mit (Niesel-) Regen.

Samstag, 24.03.2007
Heute früh brachen wir nach dem Auschecken im Hotel mit unserem Reiseleiter und unserem Gepäck zur Magnetschwebebahn in Shanghai auf. Mit dem Transrapid ging es dann dreißig Kilometer weit zum Flughafen Pudong. Dabei erreichten wir eine Spitzengeschwindigkeit von 431 km/h. Im Anschluss bestiegen wir dann unser Flugzeug nach Shenzhen. Nach einem kurzen Flug wurden wir am Zielort von Philip, unserem tourism experter, begrüßt und auf der vierzigminütigen Fahrt zur Fähre durch einem rhetorisch und humoristisch höchst anspruchsvollen Vortrag (unter Multimediaeinsatz!) über Shenzhen informiert. Glücklicherweise war der Bus gut klimatisiert, denn das subtropische Klima (23°C, 90% rel. Luftfeuchtigkeit) hatte uns doch ein wenig überrascht.
Am Hafen angekommen löste Philip unsere Tickets und verabschiedete sich von uns, woraufhin wir mit dem Schiff innerhalb einer Stunde nach Hong-Kong übersetzten. Dort mussten wir uns dann zunächst selbst um einen Transfer zum Hotel kümmern, was sich aber nicht als allzu schwer herausstellte; Taxis waren schnell gefunden. Überrascht waren wir dennoch von den horrenden Fahrpreisen von etwa vier Euro pro Taxi.
Im luxoriösen Hotel angekommen suchten einige Teilnehmer nach dem Beziehen der Zimmer sofort den hoteleigenen Swimmingpool auf, um sich zu erfrischen. Am Abend stürzten wir uns dann sofort in das bunte und lebendige Nachtleben von Hong-Kong, wo sich auch viele westliche Ausländer tummelten. Wie wir feststellten, hatten die Bars und Clubs ihre Preise auch an dieses Publikum angepasst. Ein Bier war für umgerechnet 5,50 Euro zu haben. Nach einem schönen Abend fuhren wir ins Hotel zurück, wo wir erschöpft in unsere Betten fielen.

Sonntag, 25.03.2007 und Montag, 26.03.2007
Da es für Hong-Kong kein festes Programm gab, zogen wir am Sonntag und Montag je nach Interesse in kleineren Gruppen zu verschiedensten Sehenswürdigkeiten auf. So besuchten einige von uns die Insel Lantau, um die dortige Tian Tan Buddhastatue zu besichtigen.
Per Stockbus konnten wir Downtown erkunden, wo uns vor allem die sehr chaotisch errichteten Werbebanner auffielen, die kreuz und quer über die Straßen gehängt sind.
Ein weiteres Ziel war die „Avenue of Stars“, sozusagen der „Walk of Fame“ von Hong-Kong. Unter anderem kann man hier die in den Boden eingelassenen Sterne mit Handabdruck von Jet Li und Jackie Chan finden. Für Bruce Lee wurde sogar eine Bronzestatue errichtet. Im Anschluss konnte man hier direkt auf eine der Star Ferries steigen, um eine etwa einstündige Hafenrundfahrt zu genießen. Eine andere Attraktion war das Space Museum mit angeschlossenem Planetarium, das trotz einer etwas zahlenlastigen Vorstellung einen Einblick in die Dimensionen unseres Sonnensystems vermittelte.
Letzte Besorgungen konnten auf einem der vielen Märkte erledigt werden. Hervorzuheben ist an dieser Stelle noch der Seafood-Market, wo allerlei Meeresgetier noch lebend feilgeboten wird.
Bevor wir uns am Montag noch einmal zum Abschluss auf die Partymeile stüzten, suchten eine Hand voll Teilnehmer, denen das feucht-warme Klima offensichtlich noch nicht genug war, die finnische Sauna im Hotel auf.

Dienstag, 27.03.2007
Etwas übernächtigt von der kurzen Nacht brachen wir heute früh mit dem gecharterten Hotelbus zum Flughafen Hong-Kong auf, um uns auf den elfstündigen Flug nach Frankfurt aufzumachen, den ein großer Teil der Teilnehmer zum Ausgleich des Schafdefizits nutzte. In Frankfurt stiegen wir dann auf unsere Maschine nach Nürnberg um. Nach der Landung dort wurden wir sehr herzlich von einigen ETG-Mitgliedern begrüßt. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für die nette Überraschung! :-)